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Ich bin dann mal weg – Studieren im Ausland

Während Dein Dozent im Hörsaal eine mehr oder weniger spannende Vorlesung über kryptische Theorien hält, kaust Du an Deinem Kugelschreiber und träumst von der Ferne. Ach, während des Schüleraustausches damals in der Mittelstufe hattest Du ja so viel Spaß, es gab unendlich viel zu entdecken.

Ein Auslandssemester: Koffer packen für den Uni-Dschungel in der Ferne

Aber Moment mal: Du möchtest die Welt fernab dieses faden Hörsaals sehen? Du interessierst Dich schon länger für ein Semester im Ausland? Du fragst Dich, wer eigentlich dieser Erasmus ist? Dann bist Du hier genau richtig!

Der Wunsch, ein Semester im Ausland zu studieren, sollte natürlich keine fixe Idee sein. Bevor Du also Deine Koffer packst, gibt es einiges zu tun! Neben einer guten Planung muss die Finanzierung gesichert sein und die Vor- und Nachteile sollten gut abgewogen werden.


Was spricht für ein Semester im Ausland?

Deine Fremdsprachenkenntnisse sind ein bisschen eingerostet? Prima, denn Du lernst eine Sprache viel besser, wenn Du sie jeden Tag hörst und sprichst. Darüber hinaus wirst Du Dich persönlich weiterentwickeln, wenn Du Dich erst mal mutterseelenallein in einem fremden Land durchgeschlagen hast. Du lernst viele neue Leute kennen, anderes Essen und eine andere Lebensart. Durch diesen Blick über den Tellerrand kannst Du Deinen Horizont ungemein erweitern und der Auslandstrip macht sich obendrein noch ganz prima im Lebenslauf. Zudem haben manche Fakultäten internationale Kooperationen mit Partnerhochschulen. Hier kannst Du auch häufig ein Stipendium abstauben.

Apropos Stipendium: Die EU bietet ein Hochschulprogramm namens Erasmus + an. Im Rahmen dieses Programms wird der Auslandsaufenthalt von Studierenden, Praktikanten und Hochschulpersonal gefördert. Wenn Du mehr über das Programm Erasmus + erfahren möchtest, klick einfach mal hier.

Ein Experte in Sachen Auslandsaufenthalt ist natürlich der DAAD, der Deutsche Akademische Austauschdienst. Einen wirklich guten Überblick, was Du alles in Sachen Auslandssemester  beachten und bedenken musst, findest Du auf der Website des DAAD und zwar hier. Und wenn Du schon mal auf der Seite des DAAD bist, findest Du dort auch aktuell ausgeschriebene Stipendien, für die Du Dich direkt bewerben kannst.

Falls Du einen Auslandsaufenthalt planst, ist Dein erster Ansprechpartner in jedem Fall das International Office Deiner Hochschule. Hier kannst Du den Mitarbeitern nicht nur Löcher in den Bauch fragen, sondern bekommst obendrein alle Informationen, die Du benötigst.


Was spricht denn jetzt bitte noch gegen einen Auslandsaufenthalt im Studium?!

Nun ja, die Gründe, die dagegen sprechen, sind natürlich auch nicht von der Hand zu weisen, auch wenn die Vorteile überwiegen. Da wäre beispielsweise das doch sehr straff organisierte Bachelor- und Masterstudium. In Anbetracht des strammen Zeitplans bleibt ein Auslandsaufenthalt leider häufig auf der Strecke. Vielleicht lässt Du Dich einmal im International Office beraten. Zudem kannst Du Dich darüber informieren, inwieweit die Fakultät einen Auslandsaufenthalt befürwortet und eventuell auch Scheine anerkennen würde.

Und dann sind da natürlich noch die finanziellen Aspekte. Falls Du kein Stipendium ergattern kannst oder Du fernab der EU studieren möchtest, musst Du andere Geldquellen auftun. Dies können zum einen Deine Eltern sein oder ein Darlehen einer Bank, wie beispielsweise der KfW Bankengruppe. Darüber hinaus gibt es noch das Bildungskreditprogramm der Bundesregierung.

Und dann gibt es da noch weitere organisatorische Herausforderungen. Was passiert mit Deiner Wohnung oder Deinem WG-Zimmer? Hier wäre vielleicht eine Zwischenmiete eine gute Lösung. Das solltest Du allerdings im Vorfeld mit Deinem Vermieter klären. Falls Du neben dem Studium einen festen Nebenjob hast, müsstest Du auch einmal mit Deinem Arbeitgeber ins Gespräch kommen. Zu guter Letzt wirst Du Deinem, wie es so schön heißt, sozialen Umfeld schonend beibringen müssen, dass Du für einige Zeit weg sein wirst. Meistens finden das vor allem die Partner nicht so richtig prima. Aber hey, es gibt ja Skype und wann hat man schon mal die Möglichkeit, regelmäßig einen Besuch in einer schönen fremden Stadt abzustatten? Vielleicht hilft es ja auch schon, wenn Du Dich nicht direkt an der Universität von Hawaii bewirbst, sondern erst mal mit Oxford (UK) liebäugelst (=deutlich kürzerer Anreiseweg). 😉

Also dann, viel Erfolg bei der Planung Deines Auslandsaufenthaltes! Man munkelt übrigens, dass das Partyleben während eines Auslandssemesters nicht zu kurz kommt! Schreib dem Uni-Dschungel mal eine Postkarte, wenn Du Dich in der Ferne eingelebt hast. 😉

Ahoi & aloha!

(K)ein Buch mit sieben Siegeln: Wissenschaftliches Schreiben Teil III

Mittlerweile weißt Du, wUni-Dschungel Tutorium wissenschaftliches Schreiben: Literaturverzeichnis und Abbildungenie Du Deine Hausarbeit vorbereiten kannst und was man unter direkten und indirekten Zitaten versteht. Doch es gibt noch weitere Aspekte, die Du beim Verfassen Deiner Haus- oder Abschlussarbeit beachten solltest. Die Literaturangaben, die Du immer brav hinter Deine direkten und indirekten Zitate getippt hast, musst Du nun auch noch in ein Literaturverzeichnis einpflegen. Denn nur so hat der Leser die Chance, die Original-Quellen zu finden. Und schwupps, sind wir auch schon beim dritten und letzten Teil des Einstiegs-Tutoriums zum Thema wissenschaftliches Schreiben.


Das Literaturverzeichnis

Ich kann Dir nur wärmstens ans Herz legen, dass Du besser bereits während des Schreibprozesses Dein Literaturverzeichnis pflegst. Welche Angaben hier erforderlich sind, hängt stark davon ab, in welchem Fach die Hausarbeit bzw. Abschlussarbeit geschrieben wird. Darüber hinaus musst Du die fachspezifischen Regelungen für die Interpunktionen und die Hervorhebungen (kursiv, Anführungszeichen) beachten.

Im Allgemeinen unterscheidet man bei den Publikationen verschiedene Typen:

Die Monografie: Hier waren ein bzw. mehrere Autoren am Werk. Im Literaturverzeichnis gibt man in der Regel den Namen des Autors/der Autoren, das Erscheinungsjahr, den Titel und Untertitel, den Reihentitel sowie den Ort und Verlag an.

Die wissenschaftlichen Zeitschriften: Jeder Fachbereich kann auf eine Auswahl an wissenschaftlichen Zeitschriften zurückgreifen. Hier findet man in den aktuellsten Ausgaben der jeweiligen Zeitschrift auch jederzeit den neuesten Stand der Forschung. Daher solltest Du auch immer in den wissenschaftlichen Zeitschriften nach Deinem Thema recherchieren! In manchen Fachbereichen ist es üblich, die Zeitschrift mit ihrer zugehörigen Abkürzung im Literaturverzeichnis anzugeben. Eine Übersicht über die einzelnen Abkürzungen findest Du in der Bibliothek (z. B. am Info-Punkt oder auf ihrer Homepage). Darüber hinaus bezieht sich die Literaturangabe, die auf einen Aufsatz aus einer Zeitschrift verweist, in der Regel auf den Autor und Titel des Aufsatzes, die Jahreszahl, den Titel der Zeitschrift mit der jeweiligen Nummerierung sowie die Seitenangaben des Aufsatzes.

Die Herausgeberschrift: Hier handelt es sich meistens um eine Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze von verschiedenen Autoren zu einem bestimmten Oberthema. Die Literaturangabe, die sich auf einen Aufsatz in einer Herausgeberschrift bezieht, verweist in der Regel auf den Autor und Titel des Aufsatzes, das Erscheinungsjahr, den Titel der Herausgeberschrift, den bzw. die Herausgeber, ggf. den Reihentitel, den Ort und Verlag sowie die Seitenangaben des jeweiligen Aufsatzes.

Das Literaturverzeichnis verfolgt das Ziel, dass der Leser die verwendete Literatur finden kann. Die Literaturangaben werden der Übersichtlichkeit halber nach den Nachnamen der Autoren alphabetisch sortiert.


Die Tücken der Illustrationen

Zu guter Letzt noch ein Hinweis zur Verwendung von Bildmaterial. Es bietet sich an, beispielsweise eine kunsthistorische Hausarbeit mit Bildnachweisen zu versehen. Komm jetzt aber bitte nicht auf die Idee, einfach ein pixeliges Bild einzufügen, das Du aus dem Internet gefischt hast! Es ist besser, wenn Du in die Bibliothek gehst und das entsprechende Bild kopierst oder abfotografierst (ein Smartphone ist hier wirklich eine gute Hilfe). Und vergiss nicht, die Quelle, aus der das verwendete Bild stammt, mit anzugeben! Der Quellennachweis gehört zum einen direkt unter die Illustration und zum anderen ins Literatur- bzw. Quellenverzeichnis. Denn sowohl direkt und indirekt zitierte Texte als auch Bilder, die Du für Deine Arbeit verwendest, unterliegen dem Urheberrecht. Darüber hinaus hat auch der Leser so die Möglichkeit, die verwendeten Bilder und Texte zu finden.


Hilfe aus dem Bücherregal

Wie Du siehst, ist wissenschaftliches Schreiben zwar kein Buch mit sieben Siegeln, aber Du musst durchaus sehr viele Regeln beachten. Daher gibt es mittlerweile für fast jeden Fachbereich Bücher zum Thema wissenschaftliche Arbeitstechniken. Da es sich bei meiner Übersicht zum Thema wissenschaftliches Schreiben lediglich um allgemeine Hinweise handelt, lege ich Dir die Anschaffung eines dieser Bücher wärmstens ans Herz. So kannst Du einerseits die fachspezifischen Vorgaben immer nachschlagen und hast die Regeln andererseits direkt schwarz auf weiß. Und keine Angst, es sind auch nicht alle Bücher zu diesem Thema so kryptisch geschrieben wie das Standardwerk von Umberto Eco (hier kannst Du ja mal spaßeshalber reinschnuppern, wenn Du eh in der Bibliothek bist …).
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner ersten Hausarbeit und sage nur: 

Tschakka, du schaffst das!