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Ist das klausurrelevant? Das tägliche Brot eines Tutors

Nahezu jeder Erstsemester besucht sie, schätzt sie und braucht sie, um das Studium erfolgreich zu meistern. Die Rede ist von Tutorien. Doch wer ist die Person, die den Stoff des letzten Grundseminars immer und immer wieder geduldig durchkaut? Und wie wird man überhaupt Tutor/in? Der Uni-Dschungel Blog verrät es Dir!

Ist das klausurrelevant? Traumjob Tutor


O-Ton aus dem Tutorium: „Ist das klausurrelevant?“

Die Frage aller Fragen, die sich wie ein roter Faden durch ein Tutorium zieht, lautet: „Ist das, was Du gerade erzählst, wirklich wichtig für die Klausur oder kann ich das gleich wieder vergessen?“ In Anbetracht des Lernpensums eines Studenten kann man diese Frage natürlich niemandem verübeln – von der Antwort hängen Existenzen ab. Dennoch kann sie einen Tutor schon zur Weißglut treiben. Die Kernaufgabe liegt zwar in erster Linie darin, die Studenten erfolgreich durch die Prüfungen zu bringen. Doch ein wenig Interesse am Fach wäre auch ganz schön. Dem ein oder anderen Tutor ist seine Lehrtätigkeit sogar in die Wiege gelegt worden und er bzw. sie schafft es, bei den Studenten Begeisterung für das Fach zu wecken.


Das Rüstzeug: Was man als Tutor/in alles können muss

Du spielst mit dem Gedanken, vorne an der Tafel zu stehen und als Tutor/in zu arbeiten? Dann solltest Du in erster Linie etwas von Deinem Fach verstehen und gut darin sein. Darüber hinaus ist es von Vorteil, ein didaktisches Geschick zu besitzen. Wenn Du also bereits jahrelang talentfreien Schülern erfolgreich Nachhilfe gegeben hast oder den Weg des Lehrers einschlagen möchtest, schadet das sicher nicht. Schließlich musst Du Dein Fach gut rüberbringen können und in der Regel auch das Unterrichtsmaterial selbstständig vorbereiten. Das heißt vor allem Folien erstellen, Übungen überlegen, Lehrmaterial in der Bibliothek durchforsten und Übungszettel korrigieren. Dabei ist eine genaue Absprache mit Deinem „Chef“, also Dozenten, sehr wichtig.  

Darüber hinaus benötigst Du Geduld, vieeel Geduld. Und das nicht nur in Anbetracht der nervigen Frage, ob der Stoff in der Klausur abgefragt wird. Ansonsten solltest Du keine Scheu haben, vor Menschen zu sprechen und mit ihnen zu interagieren. Als Tutor/in stehst Du auch immer etwas zwischen den Stühlen: Einerseits studierst Du selbst noch, andererseits hast Du den direkten Draht zum Dozenten. Somit ist der Grad als Tutor/in zwischen Kumpel und strengem Lehrer sehr schmal. Die Zauberworte sind hier Zuckerbrot und Peitsche: Also die Zügel nicht zu locker lassen, aber auch nicht zu streng sein. Du findest da sicher selbst einen guten Mittelweg.


Wie wird man überhaupt Tutor/in?

Vielleicht bist Du Deinem Dozenten durch gute Leistungen aufgefallen und er bietet Dir ein Tutorium an. Oder die Stelle ist ausgeschrieben und Du bewirbst Dich. Die Zettel mit den Ausschreibungen hängen meistens an den Aufzügen, der Fakultäts-Pinnwand oder sie sind auf der Website des Dozenten, der Hochschule oder Fakultät ausgeschrieben. Aber Achtung: Du musst mit Deiner Bewerbung schnell sein, denn die Konkurrenz schläft nicht. Und eine Stelle als Tutor/in ist heiß begehrt!  

Na, hast Du Lust bekommen, der Vorturner der Erstis zu werden? Dann mal los! Bewirb Dich auf eine freie Stelle oder sprich Deinen Dozenten einmal an. Meistens werden Tutoren für die Grundkurse der ersten Semester gesucht. Auch Fachhochschulen bieten Tutorien an und suchen gutes Personal.

Ich habe selbst als Tutorin für das Fach Englisch gearbeitet und es war einer meiner schönsten Jobs im Studium. Der Aha-Effekt bei den Teilnehmern und die stolze Quote bestandener Klausuren am Ende des Semesters sind der beste Lohn überhaupt! Der Uni-Dschungel Blog wünscht Dir viel Glück bei der Bewerbung um eine Stelle als Tutor/in und natürlich viel Freude in diesem Job!

Zwischen Baldrian und Riechfläschchen – es ist Prüfungszeit!

Das Semester neigt sich so lTipps aus dem Uni-Dschungel gegen Prüfungsangstangsam dem Ende zu und die Semesterferien rücken in greifbare Nähe. Klingt alles nach Ferienstimmung – wenn da nicht noch die Klausuren zum Semesterabschluss ins Haus stünden. Und wenn es sich dabei dann auch noch um die ersten Prüfungen an der Hochschule handeln, kann man schon mal ins Schwitzen kommen. Wie Du trotz Prüfungsstress einen kühlen Kopf behältst, erfährst Du hier.

Natürlich ist das jetzt nicht Deine allererste Klausur in Deinem Leben und Prüfungsangst ist Dir sicher auch schon das ein oder andere Mal über den Weg gelaufen. Dennoch ist es die erste Klausur an der Hochschule, das ist schon etwas Besonderes. Damit Du nicht vor lauter Schreck kurz vorm Prüfungstermin ein ärztliches Attest für das Prüfungsamt aus dem Hut zaubern musst, gehst Du in der Vorbereitungsphase am besten strategisch vor.


Phase 1: Zu jeder Klausur gehört auch ein Seminar

Du bist selbstverständlich klar im Vorteil, wenn Du das Seminar, in dem Du zum Semesterende die Klausur schreiben musst, auch live und in Farbe besuchst. Darüber hinaus wird gerade im Grundstudium zu den Hauptseminaren nicht selten ein Tutorium angeboten. Diesen Termin solltest Du unbedingt wahrnehmen, denn die Tutoren wissen meistens am besten, was in der Klausur erwartet wird und können Dir geduldig alle Fragen zum Stoff beantworten.


Phase 2: Die geistige Anwesenheit im Seminar

Es bringt erfahrungsgemäß nicht so viel, wenn Du nur dekorativ im Seminar rumsitzt. Daher ist sowohl die Vor- als auch die Nachbereitung des durchgesprochenen Stoffs das A und O. Mitschreiben schadet darüber hinaus auch nicht. Falls Dein Dozent einen Semesterapparat (was das ist, findest Du hier) oder ein bestimmtes Buch empfiehlt, solltest Du Dich schleunigst darum kümmern, denn damit kannst Du Dich optimal auf die Prüfung vorbereiten.


Phase 3: Gemeinsam lernt es sich meist besser

Ich gebe zu, „Rudellernen“ ist jetzt nicht jedermanns Sache und es hängt auch stark davon ab, für welches Fach man lernt. Dennoch bietet es sich in vielen Bereichen an, Lerngruppen mit netten Kommilitonen zu bilden. So kann man gemeinsam früh genug den Lernstoff erarbeiten und noch einmal durchsprechen. Eventuell können die Kommilitonen auch manche Dinge besser erklären als der Dozent. Ganz wichtig ist es, dass Du das Lernmaterial gut strukturierst, damit Du den Überblick behältst.


Phase 4: Endspurt!

Es ist bald so weit: Du kannst die Tage bis zur Klausur schon runterzählen und wirst langsam nervös. Jetzt hast Du das Gefühl, die Zeit reicht niemals, um sich den Stoff noch zu merken, und Dein Gehirn hat stur auf Durchzug geschaltet. Alles völlig normal! Achte darauf, dass Du genügend Pausen machst, auch mal schläfst und etwas Ordentliches isst (vielleicht gönnst Du Dir zwischendurch eine Veggie-Lasagne, die hilft immer). Weder Baldrian noch Traubenzucker bewirken Wunder. Aber gewisse Rituale werden Dir dabei helfen, die stressige Lernphase zu überbrücken. Vielleicht joggst Du gerne um den Block, um Dich zu entspannen, oder Dir hilft autogenes Training – das alles musst Du ganz alleine rausfinden. Die Studienberatungen der Hochschulen bieten in der Regel Kurse zum Thema Entspannungstechniken an. Vielleicht lohnt sich auf lange Sicht der Besuch eines Kurses.


Phase 5: Und Action!

Nun ist es endlich soweit, die Klausur steht an. Du bist extra früh ins Bett gegangen, aber Du hast kein Auge zugetan? Macht nichts, das Adrenalin in Deinem Körper wird Dich trotzdem zu Höchstleistungen pushen. Pack Dir etwas Essbares und ein Getränk ein, zumindest die gute alte Banane und eine Flasche Wasser sollten dabei sein. Vielleicht leistet ja auch noch der altbewährte Glücksbringer gute Dienste: Egal ob es sich dabei um ein völlig durchgeknuddeltes Plüschschwein oder ein angelaufenes Amulett in Klee-Form handelt. Jetzt atme noch mal tief durch und dann los!

Ich kann nur sagen: Toi, toi, toi für Euch alle da draußen, die Ihr im Prüfungsstress steht – viel Erfolg & starke Nerven! Alles wird gut!

(K)ein Buch mit sieben Siegeln: Wissenschaftliches Schreiben Teil II

EgUni-Dschungel Tutorium wissenschaftliches Schreiben: direkte und indirekte Zitateal, ob Du nun eine Hausarbeit schreibst oder bereits an Deiner Abschlussarbeit schnitzt –  die Grundregeln des wissenschaftlichen Schreibens musst Du in beiden Fällen stets berücksichtigen. Hierzu zählt insbesondere die korrekte Kennzeichnung von direkten und indirekten Zitaten. Hier gibt jeder Fachbereich seine eigenen Regeln vor. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem direkten und einem indirekten Zitat? Damit Du einen ersten Eindruck davon bekommst, wollen wir uns die beiden Zitiertechniken im zweiten Teil des kleinen Einstiegs-Tutoriums ins wissenschaftliche Schreiben einmal genauer ansehen.

Dir ist sicher der Begriff Urheberrecht schon einmal über den Weg gelaufen, oder? Da Du im Rahmen Deiner Hausarbeit und Abschlussarbeit ständig auf das Gedankengut anderer Menschen zugreifst, musst Du den Ursprung auch immer kenntlich machen. Hierbei unterscheidet man zwischen den direkten und den indirekten Zitaten, die wir uns mal im Speziellen ansehen wollen.


Ein Herz für O-Töne – die direkten Zitate

Warum eigene Worte suchen, wenn sich bereits eine Person so hübsch ausgedrückt hat? Da ist schon etwas dran, auch wenn Du Deine Arbeit nicht mit einer Reihe von direkten Zitaten zukleistern solltest. Als Kapiteleinstieg oder in der Einleitung kann so ein Zitat sehr schmückend sein (wenn es thematisch denn passt) oder aber, wenn die zitierte Aussage das Thema schön präzise auf den Punkt bringt. Dennoch solltest Du direkte Zitate sorgfältig dosieren – viel hilft ja bekanntlich nicht viel.

So, jetzt hast Du das Zitat und weißt nicht, wie Du es kenntlich machen sollst? Es ist in der Regel Folgendes üblich, sofern Dein Dozent oder Fachbereich hier keine andere Regelung bevorzugt (!):

Die Definition eines direkten Zitats: Eine Textstelle, die Du Wort für Wort exakt übernimmst.

Die äußere Kennzeichnung: Du setzt das Zitat in Anführungszeichen.

Doch es gibt auch eine Ausnahme: Falls die zitierte Stelle länger als drei Zeilen ist, rückst Du das Zitat ein, verwendest Schriftgröße 10 und den einfachen Zeilenabstand.

Fehler, die bereits im direkten Zitat vorkommen, übernimmt man ebenfalls und schreibt in Klammern hinter den Fehler [sic], um darauf aufmerksam zu machen.

Die Quelle des Zitats: Bevor Du den Punkt hinter den zuletzt direkt zitierten Satz setzt, schreibst Du in Klammern die Quelle: Autor Jahreszahl: Seitenzahl (Mustermann 2015: 335), dahinter kommt der Punkt. Dies ist die Kurzzitierweise in der Harvard-Notation. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, auf die Quelle des Zitats hinzuweisen (u. a. in Form von Fußnoten und mithilfe zusätzlicher Informationen zur Quelle [Verlag, Ort etc.]). Hier musst Du klären, welche Vorgaben Dein Fachbereich macht.


Sage es mit eigenen Worten – die indirekten Zitate

Du kannst natürlich nicht die ganze Arbeit mit den Worten anderer Menschen zupflastern. Neben den direkten Zitaten ist es möglich, indirekte Zitate zu nutzen. Hier gibst Du die Informationen, die Du in einer Publikation gelesen hast, lediglich sinngemäß und somit in Deinen eigenen Worten wieder. Du kannst Dich an ein paar allgemeinen Regeln orientieren, um indirekte Zitate kenntlich zu machen. Bindend sind auch hier allerdings die fachspezifischen Vorgaben Deines Fachbereichs.

Kennzeichnung eines indirekten Zitats: Hierzu schreibt man hinter den Satz ebenfalls die Quelle. Eine Besonderheit ist jedoch, dass man in der Regel vor die Literaturangabe, die auf die Textquelle verweist, noch ein vgl. setzt (entweder in die Fußnote oder in Klammern hinter den Satz), also z. B.: vgl. Mustermann 2015: 335.

Bei den eben angeführten Regelungen handelt es sich um eine allgemeine Handhabung. Ich habe in drei verschiedenen Fachbereichen studiert (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Fakultät für Geschichtswissenschaft und Fakultät für Erziehungswissenschaft) und die Regelung war in allen drei Fachbereichen anders! Also informiere Dich besser, bevor Du in die Tasten haust und später alles noch einmal ändern musst.

Noch ein Tipp am Rande: Häufig verteilt die Fachschaft des jeweiligen Fachs Musterhausarbeiten, an denen Du Dich gut orientieren kannst.

Im dritten und letzten Teil meines kleinen Einstiegs-Tutoriums in das wissenschaftliche Schreiben widmen wir uns unter anderem dem Literaturverzeichnis und den Bildnachweisen.