Schlagwort Archiv: Kirsten Schwarzer

(K)ein Buch mit sieben Siegeln: Wissenschaftliches Schreiben Teil I

Es ist soUni-Dschungel Tutorium wissenschaftliches Schreiben: Die Vorbereitung weit, Deine erste Hausarbeit steht an und Du weißt nicht so recht, was Dich erwartet. Im Idealfall hat Dir bereits ein Tutor Deines Fachbereichs erklärt, was Du alles beim wissenschaftlichen Arbeiten beachten musst. Falls Du dieses Glück nicht hattest und Du nun wie ein Ochs vorm Berg sitzt, hilft Dir vielleicht mein kleines Einstiegs-Tutorium zum Thema wissenschaftliches Schreiben.


Die Vorbereitung ist das A & O

Als Erstes musst Du Dir ein Thema suchen, mit dem Du Dich in Deiner Hausarbeit gerne auseinandersetzen möchtest. Manchmal knüpft die Hausarbeit auch an ein Referat an, das man im Seminar gehalten hat, oder der Dozent stellt verschiedene Themen zur Verfügung.
Wenn der Schwerpunkt Deiner Hausarbeit feststeht, schreibst Du eine Gliederung. Gängige Textverarbeitungs-Programme unterstützen Dich bei der Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses. Es lohnt sich, wenn Du Dich mit der Formatierung des Dokuments bereits zu Beginn auseinandersetzt.


Die Struktur der Hausarbeit

Die Hausarbeit besteht grob betrachtet aus einer Einleitung, einem Hauptteil, dem Schlusswort und einem Literatur- und Quellenverzeichnis. Der Hauptteil untergliedert sich noch einmal in verschiedene Kapitel und auch diese kannst Du ebenfalls noch einmal unterteilen. Der Umfang der Arbeit hängt stark davon ab, welche Seitenvorgaben Du bekommen hast. Wenn es sich beispielsweise um eine Hausarbeit mit insgesamt 15 Seiten handelt, ist es ratsam, weniger Kapitel und Themen im Hauptteil unterzubringen. Sobald der Entwurf Deiner Gliederung feststeht, besprich ihn am besten mit Deinem Dozenten. Möglicherweise hat Dein Betreuer andere Vorstellungen oder Vorschläge, die Du unbedingt berücksichtigen solltest. Schließlich hängt die Note vom Urteil Deines Dozenten ab.


Lesen, lesen und nochmals lesen

Um einen guten Überblick über Dein Thema zu erhalten, musst Du erste einmal sehr viel lesen. Wie Du die richtigen Bücher in der Bibliothek findest, weißt Du ja mittlerweile. Im Leseprozess fallen Dir vielleicht Aspekte und Themenbereiche auf, die Dich besonders interessieren würden. Oder Du wirst auf Primärtexte aufmerksam, die Du bearbeiten und auswerten möchtest (z. B. im Fachbereich Geschichte könnten das u. a. mittelalterliche Briefe sein). Je nach Fachbereich variieren die Anforderungen, wie Deine Hausarbeit inhaltlich und strukturell aussehen muss. So gestaltet sich z. B. eine juristische Hausarbeit komplett anders als eine in Literaturwissenschaft.


Jetzt geht’s ans Eingemachte

Dein Dozent hat Deine Gliederung abgesegnet und nun kann es mit dem Schreiben losgehen. Jetzt sitzt Du da und weißt nicht, wie Du anfangen sollst? Hilfe gegen Schreibblockaden findest Du auch hier im Blog. Bevor Du nun munter drauf los schreibst, solltest Du die Literatur zum Thema gut gelesen haben. Um einen möglichst aktuellen Einblick in die Forschung zu erhalten, bietet es sich an, wissenschaftliche Aufsätze mit einzubeziehen.

Eine Schlüsselrolle in Sachen wissenschaftliches Schreiben besitzen die direkten und indirekten Zitate. Da dieses wissenschaftliche Handwerkszeug nicht mal eben zwischen Tür und Angel abgeharkt werden kann, widmet sich der zweite Teil des Blog-Artikels dieser Thematik.


Der Teufel steckt im Detail

Du hast in jedem Fall eine Sorge weniger, wenn Du Dir ein Duden-Programm für den PC anschaffst. Der Duden-Korrektor läuft dann parallel mit Deinem Textverarbeitungs-Programm und findet wirklich nahezu jeden Fehler. Diese Software hilft Dir also, wenn Du den Wald vor lauter Bäumen bzw. den Fehler vor lauter Wörtern nicht mehr siehst.

Im zweiten und dritten Teil des Blog-Artikels widmen wir uns den direkten und indirekten Zitaten, dem Literaturverzeichnis und der Verwendung von Bildmaterial. Es bleibt also spannend. 😉

Schreibblockaden – die Angst vor dem leeren Blatt

Du hattest den pDer Uni-Dschungel Notfallplan gegen Schreibblockadenerfekten Start in den Tag: Du hast gut geschlafen, Dein Frühstück hat Dir geschmeckt und die heiße Dusche war auch sehr angenehm. Tollkühn möchtest Du nun einen ausgeklügelten Plan verfolgen: Heute ist ein guter Tag, um endlich mit Deiner Hausarbeit anzufangen! Soweit zumindest der Plan. Nun sitzt Du bereits seit einer halben Ewigkeit und mit dem vierten Kaffee vor einem leeren Dokument und ein kleines Nickerchen wäre jetzt auch nicht übel. Dein Blick wandert stetig auf das Kalenderblatt – oh Schreck, der Abgabetermin rückt unaufhaltsam näher. Die Zeit rennt, der Druck steigt zunehmend – dieser Teufelskreis ist pures Gift für einen kreativen Prozess wie das Schreiben. Bevor Du jetzt in eine Schnappatmung verfällst, voller Panik den Studiengang wechselst oder Dir eine seltene Krankheit ausdenkst, um ein möglichst langlebiges ärztliches Attest zu bekommen, naht Hilfe. Hier ist ein Notfallplan gegen die Angst vor dem leeren Blatt!

Jeder, wirklich JEDER, der schon einmal etwas zu Papier bringen musste, kennt sie – die fiesen Schreibblockaden! Und jeder, der noch nie etwas Wichtiges verfassen musste, kann das Problem überhaupt nicht nachvollziehen. Augen zu und durch, einfach dransetzen und los geht’s! Ja, wenn das alles so einfach wäre. Diese nett gemeinten Ratschläge helfen Dir, der/die Du da seit Stunden und Tagen vor dem Bildschirm mit einem blütenweißen Dokument sitzt und einen Bleistift nach dem nächsten abkaust, herzlich wenig. Wir versuchen das jetzt mal gemeinsam!


Eine gute Struktur ist die halbe Miete

Ich nehme mal an, dass Du bereits unzählige Literatur gewälzt hast und Dir von dem vielen Input schon ganz schwindelig ist. Trotzdem lässt der Output auf sich warten. Für den Anfang brauchst Du erst einmal eine gute Struktur. Im Fall einer Hausarbeit, aber auch eines Referats, ist das die Gliederung. Diese musst Du als Erstes verfassen, aber keine Sorge, Du kannst sie im Schreibprozess immer noch überarbeiten.

Um eine Gliederung zu erstellen, legst Du erst einmal einen Schwerpunkt für die Arbeit fest. Die Gliederung liefert Dir dann den roten Faden. Die ersten Kapitel bieten sich in der Regel als Grundlagenkapitel an, um wichtige Fachtermini zu klären oder bestimmte Theorien darzulegen, die für Deine Thematik relevant sind. In den restlichen Kapiteln kann man die Theorien direkt anwenden, Primärtexte auswerten und und und – das ist je nach Fachbereich anders. Hier ist beispielsweise Raum für Deine eigenen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen. Wichtig ist jedoch, dass Du das Thema, den Aufbau und die Gliederung Deiner Arbeit immer mit Deinem Dozenten abstimmst. Ansonsten läufst Du Gefahr, Dich mit dem Thema zu verzetteln, und das möchten wir ja nicht. Nun hast Du also eine Gliederung und kannst im nächsten Schritt Kapitel für Kapitel abarbeiten.


Der rote Faden führt zum Ziel

Die Gliederung ist nun Dein roter Faden für den Text. Nun kannst Du ein Kapitel nach dem nächsten in Angriff nehmen. Nur die Einleitung und das Schlusswort schreibt man erst dann, wenn die restlichen Kapitel fertig sind. Denn so behältst Du den Überblick und kannst Zusammenhänge sowie die Zielsetzung der Arbeit besser darlegen. Die Einleitung und das Schlusswort sind die wichtigsten Kapitel Deiner Arbeit und Du solltest Dir daher hier besonders viel Mühe geben. Darüber hinaus bietet es sich an, im Schlusswort noch einmal auf die Zielsetzung der Einleitung einzugehen. Welche Fragen lassen sich beantworten, welche Thematiken könnten noch vertieft werden und bieten sich daher für einen Ausblick an? Auch den Titel der Arbeit wählt man besser zum Schluss. Klingt alles einfach, oder? Aber trotzdem sitzt Du noch immer mit Angstschweiß vor einem leeren Dokument?


Ein Notfallplan gegen Schreibblockaden

Erst einmal: Vergiss das Atmen nicht, denn Sauerstoffmangel bekommt dem Gehirn nicht so gut! 😉 Wenn Du merkst, Du kommst jetzt einfach nicht weiter, hilft es überhaupt nichts, noch länger vor dem leeren Blatt zu schmoren. Du musst dringend den Kopf frei bekommen und zwar ohne schlechtes Gewissen! Da hilft beispielsweise Sport, Musik, ein Spaziergang, ein Schwätzchen mit den Mitbewohnern oder Freunden, Kochen und vieles mehr. Also alles, was Dich auf ganz andere Gedanken bringt und Dir Spaß macht! Darüber hinaus gibt es Tage, an denen man ein Brett vorm Kopf hat und keinen Schritt weiter kommt und an anderen Tagen fließen die Ideen geradezu aus der Feder. Produktive Phasen musst Du dringend nutzen! Auch wenn Du nicht immer sofort die perfekten Texte aufs Papier bringst, schreib Dir trotzdem Notizen auf, sobald Du einen Geistesblitz hast. Denn anhand eines Text-Gerüsts kannst Du viel besser arbeiten.

Wie bereits erwähnt, ist Druck nicht immer förderlich, wenn man eine Arbeit verfassen muss. Damit Du also nicht erst in das Dilemma kommst, die Hausarbeit in Nullkommanichts fertig zu schreiben, fang besser gleich früh genug an, denn die erste Schreibblockade kommt bestimmt! Zum Schluss noch ein gut gemeinter Rat eines Vielschreibers: Schreiben kann man lernen! Aber wie auch im Fall von Klavierspielen, Zeichnen und anderen Fertigkeiten ist Üben der Schlüssel zum Erfolg. Mit der ersten Hausarbeit gewinnt man also nicht unbedingt direkt einen Blumentopf bzw. Pulitzerpreis, außer natürlich, Du bist ein Naturtalent. Dann kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch, der berufliche Werdegang ist geebnet!

Die Bibliothek – Dein Freund und Helfer

Egal, ob Die Bibliothek: Hilfe im Labyrinth der BücherDir eine Prüfung ins Haus steht oder Du eine Hausarbeit schreiben musst, um einen Ort kommst Du nicht herum: die Bibliothek. Zugegeben, diese heiligen Hallen erscheinen anfangs etwas imposant und unübersichtlich und leider ist jede Bibliothek anders aufgebaut. Dennoch soll Dir ein kleiner Wegweiser durch den Tempel der Weisheit in Zukunft dabei helfen, auf direktem Weg das richtige Buch zu finden.

 

Hilfe im Labyrinth der Bücher

Wie bereits angedeutet, ist jede Bibliothek anders strukturiert. Du bist ein wahrer Glückspilz, wenn Du eine Hochschule erwischt hast, die die Medien nach Fakultäten, Fachbereichen und Themengebieten sortiert hat. Hier wirst Du viel Freude und Erfolg bei der Buchsuche haben. Du gehörst jedoch eher zur Kategorie Pechvogel, wenn Deine Bibliothek die Bücher nach Jahreszahlen geordnet hat. Ja, ja, die soll es tatsächlich geben und ich nenne jetzt mal keine Namen. Die Buch-Sortierung nach Jahreszahlen ist für die Mitarbeiter der Bibliothek äußerst praktisch und für Dich überaus frustrierend, da alle Bücher aus einem Jahr ungeordnet nebeneinander stehen: beispielsweise Goethes Faust zwischen Stochastik und Biochemie. Damit Du Dich mit den spezifischen Sortierungen und Angeboten Deiner Bibliothek bestens auskennst, kann ich Dir die Info-Veranstaltungen wärmstens ans Herz legen. Hier wirst Du in Sachen Suchmaschinen, Buchsortierung und Recherche bestens geschult. Was Du Dir auf jeden Fall anschaffen solltest, ist eine Copycard für die Kopierer in der Bibliothek – die wirst Du dringend benötigen!


Vom Suchen und Finden der passenden Literatur

Um Medien in der Bibliothek zu finden, verwendest Du am besten die Suchmaschine, die Du an den PC-Arbeitsplätzen nutzen kannst. Über die Suchmaschine ist es möglich, direkt Bücher zu suchen oder nach Stichwörtern zu recherchieren. Neben Büchern kannst Du auch Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften oder Herausgeberschriften suchen. Falls mal ein Buch oder ein Aufsatz nicht in Deiner Bibliothek verfügbar ist, besteht die Möglichkeit der Fernleihe. Auch hier gibt es eine spezielle Suchmaschine, die Dir die Verfügbarkeit an anderen Hochschulen anzeigt. Im Anschluss kannst Du die gewünschte Publikation dann (kostenpflichtig) bestellen.

Überaus praktisch ist die Möglichkeit, sich über einen VPN-Client mithilfe eines Passwortes von zu Hause in das Angebot Deiner Bibliothek bzw. in das Uni-Netz einzuloggen. Um diesen Zugang bzw. die Software zu erhalten, müsstest Du Dich einmal am Infostand der Bibliothek bzw. im Hochschulrechenzentrum (HRZ) erkundigen. Im Campusnetz hast Du u. a. die Möglichkeit, auf wissenschaftliche Veröffentlichungen, die es als E-Book gibt, zuzugreifen, sofern Deine Uni die jeweilige Publikation online anbietet. Wenn Du Dich also auf dem Campus eingeloggt hast, kannst Du die Aufsätze oder Kapitel aus E-Books direkt abspeichern. Des Weiteren ist es möglich, auch schnell mal ein Stichwort im Wörterbuch, fachspezifischen Handbuch oder in einem Lexikon nachzuschlagen, ohne extra in die Bibliothek laufen zu müssen. Das ist äußerst praktisch!


Lesen bis der Arzt kommt!

Am Anfang steht das Thema Deines Referats, Deiner Hausarbeit oder Prüfung. Dieses Thema hast Du Dir natürlich nicht immer freiwillig ausgesucht. Nun musst Du Dich erst einmal in die Thematik vertiefen. Hier hilft in der Regel eine Liste mit einem Überblick über die spezifische Literatur, die Du manchmal bereits im Seminar erhältst. Erst einmal musst Du also lesen, lesen und nochmals lesen, um ein Gespür dafür zu bekommen, welche Literatur Dir bei Deinem Thema weiterhilft und welche Publikationen hier zum Standard gehören. Falls Du in den Genuss kommst, eine Bibliothek nutzen zu können, die die Bücher nach Fach- und Themenbereichen sortiert hat, kannst Du Dich auch direkt am Bücherregal nach brauchbarer Literatur umsehen. Darüber hinaus ist es hilfreich, zwischendurch mit Deinem Dozenten hinsichtlich Deiner Literaturauswahl Rücksprache zu halten.


Und dann gibt es da noch den Semesterapparat …

Im sogenannten Semesterapparat stehen die Bücher, die die Dozenten für ihre Veranstaltung vorgesehen haben. Hinzu kommen Mappen mit Texten, die für das jeweilige Seminar oder die Vorlesung relevant sind. Hier hast Du die Möglichkeit, die jeweiligen Texte zu kopieren ohne sie vorher aufwendig suchen zu müssen. Aber geh bitte pflegsam mit der Mappe um, denn die Texte benötigen schließlich alle Studenten, die die Veranstaltung besuchen. Die Mappe in der Bibliothek zu verstecken und solche Scherze sind somit unfair und ein Tabu, das hat es aber alles schon gegeben. Mittlerweile stellen die Dozenten das Material für die Veranstaltung auch häufig online zur Verfügung. Wie Du an die Texte kommst, wird Dir Dein Dozent zu Beginn der Veranstaltung verraten.

Ein Buch in der Bibliothek solltest Du nun also problemlos finden. Nach der Recherche und dem Sichten unzähliger Texte sitzt Du nun vor einem leeren Dokument und weißt nicht, wie Du anfangen sollst. Um diese Baustelle kümmern wir uns jedoch ein anderes Mal