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(K)ein Buch mit sieben Siegeln: Wissenschaftliches Schreiben Teil III

Mittlerweile weißt Du, wUni-Dschungel Tutorium wissenschaftliches Schreiben: Literaturverzeichnis und Abbildungenie Du Deine Hausarbeit vorbereiten kannst und was man unter direkten und indirekten Zitaten versteht. Doch es gibt noch weitere Aspekte, die Du beim Verfassen Deiner Haus- oder Abschlussarbeit beachten solltest. Die Literaturangaben, die Du immer brav hinter Deine direkten und indirekten Zitate getippt hast, musst Du nun auch noch in ein Literaturverzeichnis einpflegen. Denn nur so hat der Leser die Chance, die Original-Quellen zu finden. Und schwupps, sind wir auch schon beim dritten und letzten Teil des Einstiegs-Tutoriums zum Thema wissenschaftliches Schreiben.


Das Literaturverzeichnis

Ich kann Dir nur wärmstens ans Herz legen, dass Du besser bereits während des Schreibprozesses Dein Literaturverzeichnis pflegst. Welche Angaben hier erforderlich sind, hängt stark davon ab, in welchem Fach die Hausarbeit bzw. Abschlussarbeit geschrieben wird. Darüber hinaus musst Du die fachspezifischen Regelungen für die Interpunktionen und die Hervorhebungen (kursiv, Anführungszeichen) beachten.

Im Allgemeinen unterscheidet man bei den Publikationen verschiedene Typen:

Die Monografie: Hier waren ein bzw. mehrere Autoren am Werk. Im Literaturverzeichnis gibt man in der Regel den Namen des Autors/der Autoren, das Erscheinungsjahr, den Titel und Untertitel, den Reihentitel sowie den Ort und Verlag an.

Die wissenschaftlichen Zeitschriften: Jeder Fachbereich kann auf eine Auswahl an wissenschaftlichen Zeitschriften zurückgreifen. Hier findet man in den aktuellsten Ausgaben der jeweiligen Zeitschrift auch jederzeit den neuesten Stand der Forschung. Daher solltest Du auch immer in den wissenschaftlichen Zeitschriften nach Deinem Thema recherchieren! In manchen Fachbereichen ist es üblich, die Zeitschrift mit ihrer zugehörigen Abkürzung im Literaturverzeichnis anzugeben. Eine Übersicht über die einzelnen Abkürzungen findest Du in der Bibliothek (z. B. am Info-Punkt oder auf ihrer Homepage). Darüber hinaus bezieht sich die Literaturangabe, die auf einen Aufsatz aus einer Zeitschrift verweist, in der Regel auf den Autor und Titel des Aufsatzes, die Jahreszahl, den Titel der Zeitschrift mit der jeweiligen Nummerierung sowie die Seitenangaben des Aufsatzes.

Die Herausgeberschrift: Hier handelt es sich meistens um eine Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze von verschiedenen Autoren zu einem bestimmten Oberthema. Die Literaturangabe, die sich auf einen Aufsatz in einer Herausgeberschrift bezieht, verweist in der Regel auf den Autor und Titel des Aufsatzes, das Erscheinungsjahr, den Titel der Herausgeberschrift, den bzw. die Herausgeber, ggf. den Reihentitel, den Ort und Verlag sowie die Seitenangaben des jeweiligen Aufsatzes.

Das Literaturverzeichnis verfolgt das Ziel, dass der Leser die verwendete Literatur finden kann. Die Literaturangaben werden der Übersichtlichkeit halber nach den Nachnamen der Autoren alphabetisch sortiert.


Die Tücken der Illustrationen

Zu guter Letzt noch ein Hinweis zur Verwendung von Bildmaterial. Es bietet sich an, beispielsweise eine kunsthistorische Hausarbeit mit Bildnachweisen zu versehen. Komm jetzt aber bitte nicht auf die Idee, einfach ein pixeliges Bild einzufügen, das Du aus dem Internet gefischt hast! Es ist besser, wenn Du in die Bibliothek gehst und das entsprechende Bild kopierst oder abfotografierst (ein Smartphone ist hier wirklich eine gute Hilfe). Und vergiss nicht, die Quelle, aus der das verwendete Bild stammt, mit anzugeben! Der Quellennachweis gehört zum einen direkt unter die Illustration und zum anderen ins Literatur- bzw. Quellenverzeichnis. Denn sowohl direkt und indirekt zitierte Texte als auch Bilder, die Du für Deine Arbeit verwendest, unterliegen dem Urheberrecht. Darüber hinaus hat auch der Leser so die Möglichkeit, die verwendeten Bilder und Texte zu finden.


Hilfe aus dem Bücherregal

Wie Du siehst, ist wissenschaftliches Schreiben zwar kein Buch mit sieben Siegeln, aber Du musst durchaus sehr viele Regeln beachten. Daher gibt es mittlerweile für fast jeden Fachbereich Bücher zum Thema wissenschaftliche Arbeitstechniken. Da es sich bei meiner Übersicht zum Thema wissenschaftliches Schreiben lediglich um allgemeine Hinweise handelt, lege ich Dir die Anschaffung eines dieser Bücher wärmstens ans Herz. So kannst Du einerseits die fachspezifischen Vorgaben immer nachschlagen und hast die Regeln andererseits direkt schwarz auf weiß. Und keine Angst, es sind auch nicht alle Bücher zu diesem Thema so kryptisch geschrieben wie das Standardwerk von Umberto Eco (hier kannst Du ja mal spaßeshalber reinschnuppern, wenn Du eh in der Bibliothek bist …).
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner ersten Hausarbeit und sage nur: 

Tschakka, du schaffst das!

 

Die Bibliothek – Dein Freund und Helfer

Egal, ob Die Bibliothek: Hilfe im Labyrinth der BücherDir eine Prüfung ins Haus steht oder Du eine Hausarbeit schreiben musst, um einen Ort kommst Du nicht herum: die Bibliothek. Zugegeben, diese heiligen Hallen erscheinen anfangs etwas imposant und unübersichtlich und leider ist jede Bibliothek anders aufgebaut. Dennoch soll Dir ein kleiner Wegweiser durch den Tempel der Weisheit in Zukunft dabei helfen, auf direktem Weg das richtige Buch zu finden.

 

Hilfe im Labyrinth der Bücher

Wie bereits angedeutet, ist jede Bibliothek anders strukturiert. Du bist ein wahrer Glückspilz, wenn Du eine Hochschule erwischt hast, die die Medien nach Fakultäten, Fachbereichen und Themengebieten sortiert hat. Hier wirst Du viel Freude und Erfolg bei der Buchsuche haben. Du gehörst jedoch eher zur Kategorie Pechvogel, wenn Deine Bibliothek die Bücher nach Jahreszahlen geordnet hat. Ja, ja, die soll es tatsächlich geben und ich nenne jetzt mal keine Namen. Die Buch-Sortierung nach Jahreszahlen ist für die Mitarbeiter der Bibliothek äußerst praktisch und für Dich überaus frustrierend, da alle Bücher aus einem Jahr ungeordnet nebeneinander stehen: beispielsweise Goethes Faust zwischen Stochastik und Biochemie. Damit Du Dich mit den spezifischen Sortierungen und Angeboten Deiner Bibliothek bestens auskennst, kann ich Dir die Info-Veranstaltungen wärmstens ans Herz legen. Hier wirst Du in Sachen Suchmaschinen, Buchsortierung und Recherche bestens geschult. Was Du Dir auf jeden Fall anschaffen solltest, ist eine Copycard für die Kopierer in der Bibliothek – die wirst Du dringend benötigen!


Vom Suchen und Finden der passenden Literatur

Um Medien in der Bibliothek zu finden, verwendest Du am besten die Suchmaschine, die Du an den PC-Arbeitsplätzen nutzen kannst. Über die Suchmaschine ist es möglich, direkt Bücher zu suchen oder nach Stichwörtern zu recherchieren. Neben Büchern kannst Du auch Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften oder Herausgeberschriften suchen. Falls mal ein Buch oder ein Aufsatz nicht in Deiner Bibliothek verfügbar ist, besteht die Möglichkeit der Fernleihe. Auch hier gibt es eine spezielle Suchmaschine, die Dir die Verfügbarkeit an anderen Hochschulen anzeigt. Im Anschluss kannst Du die gewünschte Publikation dann (kostenpflichtig) bestellen.

Überaus praktisch ist die Möglichkeit, sich über einen VPN-Client mithilfe eines Passwortes von zu Hause in das Angebot Deiner Bibliothek bzw. in das Uni-Netz einzuloggen. Um diesen Zugang bzw. die Software zu erhalten, müsstest Du Dich einmal am Infostand der Bibliothek bzw. im Hochschulrechenzentrum (HRZ) erkundigen. Im Campusnetz hast Du u. a. die Möglichkeit, auf wissenschaftliche Veröffentlichungen, die es als E-Book gibt, zuzugreifen, sofern Deine Uni die jeweilige Publikation online anbietet. Wenn Du Dich also auf dem Campus eingeloggt hast, kannst Du die Aufsätze oder Kapitel aus E-Books direkt abspeichern. Des Weiteren ist es möglich, auch schnell mal ein Stichwort im Wörterbuch, fachspezifischen Handbuch oder in einem Lexikon nachzuschlagen, ohne extra in die Bibliothek laufen zu müssen. Das ist äußerst praktisch!


Lesen bis der Arzt kommt!

Am Anfang steht das Thema Deines Referats, Deiner Hausarbeit oder Prüfung. Dieses Thema hast Du Dir natürlich nicht immer freiwillig ausgesucht. Nun musst Du Dich erst einmal in die Thematik vertiefen. Hier hilft in der Regel eine Liste mit einem Überblick über die spezifische Literatur, die Du manchmal bereits im Seminar erhältst. Erst einmal musst Du also lesen, lesen und nochmals lesen, um ein Gespür dafür zu bekommen, welche Literatur Dir bei Deinem Thema weiterhilft und welche Publikationen hier zum Standard gehören. Falls Du in den Genuss kommst, eine Bibliothek nutzen zu können, die die Bücher nach Fach- und Themenbereichen sortiert hat, kannst Du Dich auch direkt am Bücherregal nach brauchbarer Literatur umsehen. Darüber hinaus ist es hilfreich, zwischendurch mit Deinem Dozenten hinsichtlich Deiner Literaturauswahl Rücksprache zu halten.


Und dann gibt es da noch den Semesterapparat …

Im sogenannten Semesterapparat stehen die Bücher, die die Dozenten für ihre Veranstaltung vorgesehen haben. Hinzu kommen Mappen mit Texten, die für das jeweilige Seminar oder die Vorlesung relevant sind. Hier hast Du die Möglichkeit, die jeweiligen Texte zu kopieren ohne sie vorher aufwendig suchen zu müssen. Aber geh bitte pflegsam mit der Mappe um, denn die Texte benötigen schließlich alle Studenten, die die Veranstaltung besuchen. Die Mappe in der Bibliothek zu verstecken und solche Scherze sind somit unfair und ein Tabu, das hat es aber alles schon gegeben. Mittlerweile stellen die Dozenten das Material für die Veranstaltung auch häufig online zur Verfügung. Wie Du an die Texte kommst, wird Dir Dein Dozent zu Beginn der Veranstaltung verraten.

Ein Buch in der Bibliothek solltest Du nun also problemlos finden. Nach der Recherche und dem Sichten unzähliger Texte sitzt Du nun vor einem leeren Dokument und weißt nicht, wie Du anfangen sollst. Um diese Baustelle kümmern wir uns jedoch ein anderes Mal