Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Ein Studium ist für Dich beschlossene Sache und nun musst Du plötzlich unendlich viele Entscheidungen treffen.

Die Suche nach dem passenden StudiengangMöchte ich an einer Uni oder doch lieber an einer Fachhochschule studieren?

Zieht es mich in eine Metropole oder doch eher auf’s Land?

Tausche ich mein äußerst bequemes Leben zu Hause inklusive Wäscheservice und üppiger Futterquelle gegen ein WG-Zimmer in der Größe eines Schuhkartons?

Und dann ist da noch die Frage aller Fragen: Was möchte ich studieren?

Spätestens hier wird klar – diese vielen Fragen konfrontieren Dich mit einem Wust von scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Damit Du den Überblick im Schilderwald behältst, gehen wir die ganze Sache etwas systematischer an und beginnen mit der Suche nach der passenden Studienrichtung.


Wie finde ich Informationen zu den einzelnen Studienfächern?

Mit Studiengängen wie Jura, Medizin oder Lehramt verknüpft man direkt bestimmte Studieninhalte und hat obendrein das anschließende Berufsbild vor Augen. Aber natürlich gibt es noch unzählige andere Studienrichtungen, die nicht so populär und bekannt sind, jedoch nicht weniger spannend. Informationen zu den einzelnen Fächern findet man in den Informationsblättern der Fachhochschulen und Universitäten und natürlich auch auf ihrer Website. Häufig ist es möglich, sich den Studienverlauf im Detail anzusehen und dadurch einen ersten Eindruck vom inhaltlichen Aufbau zu erhalten. Falls Du jedoch weitere Informationen zu den einzelnen Fächern benötigst, hilft Dir die Studienberatung weiter, die es an jeder Universität und Fachhochschule gibt. Hier wirst Du auch umfangreich beraten, wenn Du Dir nicht sicher bist, welcher Studiengang der richtige für Dich ist. Darüber hinaus kann es sich lohnen, die Fachschaft und studentische Studienberatung der einzelnen Fakultäten zu kontaktieren – dort gibt es Informationen quasi aus erster Hand.


Familie und Freunde: Deine Mentoren für alle Fälle

Die vielen Informationen können auch schnell zu einer Reizüberflutung führen. Daher ist es obendrein wichtig, dass Du Deine Stärken und Schwächen kennst. Dabei können Dich die Personen, die Dir nahe stehen, sehr gut unterstützen. Somit sind Gespräche mit Eltern, Geschwistern und Freunden, die Dich gut kennen, Gold wert. Dennoch sollte kurz auf eine kleine Problematik hingewiesen werden, die nicht selten in eine Sackgasse führen kann. Es liegt in der Natur der Sache, dass Eltern dazu neigen, ihren Kindern einen Studiengang mit vermeintlich guten Berufschancen zu empfehlen. Das ist natürlich auch verständlich – sie haben dabei schließlich nur das Beste im Sinn und meinen es gut. Dennoch musst Du das Studium meistern und später in diesem Berufsfeld arbeiten. Wenn also beispielsweise BWL eine gute Karriere verspricht, in Deiner Brust jedoch das Herz eines Biologen schlägt, macht dieses „sichere“ Studium trotzdem wenig Sinn. Schlussendlich musst Du entscheiden, welcher Studiengang der richtige für Dich ist – Deine Familie und Weggefährten können Dich lediglich bei der Suche unterstützen und Dich beraten.


Vom Suchen und Finden der Nadel im Heuhaufen

Du kannst Deine Stärken und Schwächen am besten einschätzen, wenn Du Deinen bisherigen Werdegang betrachtest. Hierbei können Dich Deine Familie und Freunde sicher gut unterstützen.

Wagen wir einmal einen Blick auf Deine Freizeitaktivitäten: Welche Hobbys liegen Dir wirklich am Herzen – vielleicht Sport, Kunst oder bist Du ein leidenschaftlicher Musiker?   

Natürlich sind Eltern in der Regel nicht gerade begeistert, wenn man sein Leben der sogenannten „brotlosen Kunst“ widmen möchte. Trotzdem sollten auch scheinbar absurde Ideen, wie beispielsweise der Besuch einer Schauspielschule, nicht gleich als Illusion abgetan werden. Natürlich ist es unabdingbar, ein gewisses Talent vorweisen zu können, wenn man sein Hobby zum Beruf machen möchte. Falls man sich für einen Studiengang in den Bereichen Sport, Musik oder (darstellende) Kunst entscheidet, wird man in der Regel bereits im Vorfeld in strengen Auswahlverfahren auf Herz und Niere geprüft. Beispielsweise muss man sich für einen Studienplatz im Bereich Architektur häufig mit einer Mappe bewerben, die eigene Entwürfe und Zeichnungen beinhaltet. In diesen Fächern kommen also nur die wirklich guten Talente überhaupt an einen Studienplatz, aber probieren geht über studieren!

Doch auch Deine Kurswahl in der Schule kann eine heiße Spur sein: Welche Leistungskurse hast Du belegt? Besitzt Du ein Talent für die MINT-Fächer (Mathe, Naturwissenschaften, Informatik & Technik) oder doch eher für Sprachen? Wie sieht es mit den musischen Fächern aus? Kannst Du Dir vielleicht vorstellen, Deine Lieblingsfächer als Lehrer zu vermitteln?

Höre einen Moment auf Dein Bauchgefühl: Welche Studienrichtungen und Berufe würden Dich reizen?

Es kann sein, dass Du plötzlich vor Ideen sprudelst und Du solltest Deine Gedanken festhalten. Später kannst Du dann Argumente für und gegen die einzelnen Studienrichtungen oder Berufe, die Dir in den Sinn gekommen sind, festhalten. Mithilfe dieser Einschätzung ergibt sich so abschließend eine Rangliste Deiner Ideen.

Vielleicht konntest Du auch schon in die Berufswelt reinschnuppern: Hast Du bereits ein Praktikum absolviert, das Dein Interesse an einer bestimmten Berufsgruppe wecken konnte? Oder konntest Du durch Nebenjobs Erfahrungen in bestimmten Bereichen sammeln, wie beispielsweise als Nachhilfelehrer oder als Nachwuchs-Redakteur für eine Tageszeitung?

Darüber hinaus kann Dir eine Einschätzung Deiner Interessen und Soft Skills weiterhelfen: Hilfst Du beispielsweise gerne anderen Menschen und bist tendenziell empathisch? Bist Du ein Kommunikationstalent? Kannst Du Wissen gut vermitteln? Möchtest Du gerne einmal im Ausland arbeiten? Bei dieser Einschätzung helfen Dir Deine Familie und Freunde sicher gerne.

Nachdem wir uns heute dem Suchen und Finden der Nadel im Heuhaufen gewidmet haben, werfen wir beim nächsten Mal einen Blick auf eine weitere Qual der Wahl: Fachhochschule versus Universität.

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